GGS-Blumenkamp
Klassenfotos 2017 / 18

Medienkonzept

Vorüberlegungen

Wenn die Grundschule an die Lebenswelt der Kinder anknüpfen soll, müssen die Chancen des Internets und des Computers frühzeitig aufgegriffen und angewendet werden. Der Computer spielt außerschulisch bereits eine große Rolle im Leben zahlreicher Kinder. In vielen Kinderzimmern gehört ein Computer, Laptop oder Tablet  bereits während der Grundschulzeit zum Inventar und darf von den Kindern selbstverständlich genutzt werden. Auch die berufliche Zukunft der Kinder ist ohne IT-Kenntnisse nicht denkbar. In allen Aufgabenbereichen erhält die Professionalisierung im Umgang mit dem Computer einen immer höheren Stellenwert. Die Schule hat die Aufgabe, auf diese bildungsrelevanten Umweltveränderungen zu reagieren.

Bereits Grundschulkinder werden gemäß der Richtlinien und Lehrpläne für die GS NRW in den Umgang mit Medien eingewiesen: „Die elektronischen Informations- und Kommunikationstechniken sind ebenso wie die traditionellen Medien Hilfsmittel des Lernens und Gegenstand des Unterrichts.“…Die systematische Arbeit mit Medien trägt dazu bei, die Medienkompetenz der Schülerinnen und Schüler zu entwickeln.“ (Richtlinien und Lehrpläne NRW Punkt 4.6 Medien).

Um unsere Schüler auf ein Leben in der Informationsgesellschaft vorzubereiten, berücksichtigen wir diese Lebenswirklichkeit. Unser Ziel ist es, die Schlüsselqualifikation „Medienkompetenz“ anzubahnen.

Im vorliegenden Medienkonzept steht der Computer als mediales Multifunktionswerkzeug im Mittelpunkt. Gleichwohl soll festgehalten werden, dass der bewährte Einsatz alter Medien (wie Film, Overheadprojektor, Sachbücher, Lexika, etc.) nicht vernachlässigt wird. Die Medienarbeit unserer Schule beinhaltet die Integration der Medien in den Unterricht sowie das „Lernen mit und über Medien“.

„Lernen mit Medien“ zielt auf die Verbesserung des fachlichen Lernens und unterstützt das selbstständige Lernen, indem Medien von Schülern zur Veran­schaulichung von Unterrichtsinhalten, zur aktiven Auseinandersetzung mit fachlichen Inhalten und zur Recherche und Informationsbeschaffung (z.B. Internet) genutzt werden.

Lernen über Medien“ meint einen zweiten Aspekt des Medieneinsatzes. Kompetenter Einsatz von Medien im Unterricht fragt nicht nur nach dem fachlichen Inhalt, sondern hinterfragt auch die Medienbotschaften und schult damit den sachgerechten, selbstbestimmten, kreativen und sozial verantwortlichen Umgang mit diesen.

Pädagogische Gesichtspunkte

Ziel eines Einsatzes von PC-Arbeit im Unterricht muss ein sinnvoller, für die Lernziele der Grundschule ergiebiger und unsere technisierte Welt berücksichtigender Umgang mit dem Medium PC sein. Damit verbunden ist der Anspruch an die Lehrpersonen, ihren Unterricht weiter zu entwickeln, durch neue Medien zu ergänzen und diese zu integrieren – ohne bewährte Inhalte aufzugeben. Die Erprobung offener Lernformen, die Medien in der Regel fordern, spielt dabei eine wesentliche Rolle.

Hierbei sollen die Schüler den Computer als einen Baustein in der Medienvielfalt der Schule erfahren.

Aber nicht nur die Anknüpfung an die Lebenswirklichkeit der Kinder rechtfertigt einen Computereinsatz in der Grundschule. Es lassen sich noch weitere Aspekte als zentrale Argumente für die Arbeit mit Computern im Unterricht finden, die wir wie folgt zusammenfassen:

Soziales Lernen

Am Computer ergänzen sich die Kinder in ihren Kenntnissen oft ohne spezielle Hinweise des Lehrers. „Ganz nebenbei“ werden z.B. elementare Kenntnisse der Textverarbeitung von Kind zu Kind weitergegeben, Rechercheprobleme miteinander gelöst etc.

Differenzierung

Der Unterricht kann durch den Einsatz moderner Lernsoftware leicht auf die unterschiedlichen Leistungsfähigkeiten einzelner Kinder abgestimmt werden. Zum einen werden Lerninhalte für leistungsschwächere Kinder geduldig und mit vielen Anschauungshilfen aufgearbeitet und können in individueller Geschwindigkeit bearbeitet werden. Zum anderen steht allein mit den Möglichkeiten des Internets immer auch zusätzlicher Lernstoff für leistungsstarke Kinder zur Verfügung.

Medienkompetenz

Anfängliche Begeisterung im Umgang mit den neuen Medien ist nur dann von anhaltender Dauer, wenn eine sinnvolle Nutzung ohne Fremdanleitung gelingt. Die Kompetenz, aus der Fülle der zur Verfügung stehenden Informationen relevantes Wissen auszuwählen, stellt hierbei eine zentrale aufzubauende Fähigkeit dar.

Aktualität und Erreichbarkeit von Informationen

Alles, was auf der Welt passiert, ist zeitnah im Web dokumentiert. Aktuell Geschehenes kann spontan als Unterrichtsanlass genutzt werden und verfügt über eine hohe Authentizität. Weltweite Zugriffsmöglichkeiten auf Datenbestände wie Lexika und Sammlungen sowie vereinfachte Kommunikationsmöglichkeiten bieten sofortige Wissensbestände. Neue Formen der selbstständigen Erarbeitung von Wissen werden ermöglicht.

Motivationsniveau

Der Umgang mit den neuen Medien wird von uns auch als zusätzliches Angebot gesehen, dass einigen Kindern eine größere Motivation bei Übungsaufgaben verschaffen kann. Auch bei der Korrektur und Überarbeitung von Aufsätzen ist durch das neue Arbeitsmittel ein größerer Anreiz für die Schüler gegeben.

Mehrperspektivisches Lernen

Fächerübergreifendes, auch bilinguales Lernen wird durch die umfassende Darstellung im Internet sowie über den Einsatz entsprechender Lernsoftware gefördert. „Links“ bieten durch optimale thematische Verknüpfung Aspekt reiches Lernen, differenzierte Suchmaschinen eröffnen unkompliziert und schnell vielfältige weiterführende Informationenquellen.

Lernkompetenz

Auch die Fähigkeit, den eigenen Lernprozess zu organisieren, wird durch die Arbeit am PC geschult: Informationsquellen werden selbstständig gesucht und genutzt, die Bearbeitung der Schreibaufgabe allein eingeteilt. Lernweg und Lerngeschwindigkeit können selbst bestimmt werden. Neue Lernumgebungen ermöglichen die Zusammenschau und Verknüpfung bisher isolierter Kenntnisse und Wissensfragmente.

Zudem sind neue Medien als Werkzeug für vier grundlegende Nutzungsarten einzusetzen:

Recherchieren

Multimediale Datensammlungen, Enzyklopädien und Lexika auf CD-Roms eröffnen neue Möglichkeiten der Informationssuche.

Publizieren

Das Internet bietet eine neue Publikation eigener Arbeitsergebnisse, die eine breite Öffentlichkeit erreichen und künftig auch anderen Lernenden und Einrichtungen unkompliziert zur Verfügung stehen können.

Geplant sind Internetbeiträge der Schüler auf unserer Homepage.

Die Einbindung des Computers in den Unterricht

Die Nutzung von traditionellen Medien wie z.B. CD- und Kassettenrekordern, Overheadprojektor usw. gehört zur täglichen Unterrichtsarbeit. Sie werden in erster Linie von den Lehrerinnen und Lehrern der Grundschule genutzt, dienen der Veranschaulichung des Unterrichts und sind Arbeitsmaterialien.

Wir verstehen den Computer als ein Medium neben anderen. Er kann den Lernprozess der Kinder unterstützen. Weiterhin stellt ein kompetenter Umgang mit dem Computer ein wichtiges Erfolgskriterium für die Weiterarbeit an den weiterführenden Schulen dar.

In unserem Schulprogramm haben wir das Ziel formuliert dafür zu sorgen, dass alle Kinder von der ersten bis zur vierten Klasse den Umgang mit verschiedenen Medien erlernen.

Wir wollen folgende Verwendungsmöglichkeiten des Computers in unserem Unterricht nutzen

  • im Wochenplanunterricht und in Freiarbeitsphasen,
  • in Projekten bzw. bei projektorientierten Arbeitsformen,
  • im Förderunterricht für Kinder mit Lese- und Rechtschreibschwächen,
  • zur Forderung der leistungsstärkeren Schülern und Schülerinnen mit besonderen Sach- und 
        Schreibinteressen,
  •  in spezifischen Arbeits- und Übungsphasen innerhalb eines binnendifferenzierten Unterrichts,
  • zur Einübung der im Kerncurriculum vorgeschriebenen fachspezifischen Arbeitsweisen (z.B. Durchführung  
        von Schreibkonferenzen, Umgang mit Sachtexten, Schulung des Hörverstehens)
  • Bereits im ersten und zweiten Schuljahr sollen erste elementare Fertigkeiten mit dem Computer angebahnt
        werden. Erste Lernprogramme sollen dabei der Förderung einzelner Schüler dienen.
  • Andere Programme sollen das entdeckende Lernen und die Kreativität fördern.
  • Im dritten und vierten Schuljahr sollen den Schülern spezielle Computerkenntnisse vermittelt werden.
        Gezielt soll der Umgang mit einem Textverarbeitungsprogramm erweitert und vertieft werden.
  •  Gestaltungs- und Überarbeitungsmöglichkeiten werden vermittelt.
  •   In offenen Unterrichtsformen sollen ihre individuellen Fähigkeiten in Bezug auf die Internetnutzung erweitert
         werden.

Klasse 1:

Von Anfang an werden die Schüler nach und nach in kleinen Gruppen in die Arbeit mit dem Computer eingeführt. Dabei lernen sie ein oder mehrere der unten aufgeführten Programme kennen. Am Ende des Schuljahres sollte jeder Schüler in der Lage sein, einfache Übungen durchzuführen.

Ziele:

  • Verantwortungsbewusster Umgang mit dem Computer
  •  Kennenlernen von Regeln am Computerarbeitsplatz
  • Teile des Computers benennen können
  • Einführung in den Umgang mit der Maus
  • Einführung in die Arbeit mit dem Programm „Blitzrechnen“ (Zahlenbuch)
  • Einführung in die Arbeit mit dem Programm „von Budenberg“
  • Einführung in die Arbeit mit dem Programm „Lernwerkstatt“
  • Einführung in das Leseprogramm „Antolin“ für lesestarke Kinder
  • Einführung in das Matheprogramm "Mathepirat"
  • Einführung in das Schreiblabor


Klasse 2:

In der zweiten Klasse wird auf die Kenntnisse aus dem ersten Schuljahr aufgebaut.Die Kinder erlangen zunehmend Sicherheit im Umgang mit dem Computer. Um den Bücheraustausch der Schüler untereinander zu fördern und gegenseitig Leseempfehlungen zu ermöglichen, erfolgt eine allgemeine Einführung in das Leseprogramm „Antolin“. Der PC wird gezielt in den offenen Unterrichtsphasen, z.B. im Wochenplan, eingesetzt. Auch im Förderunterricht kann er zum Einsatz kommen.

Ziele:

  • Verantwortungsbewusster Umgang mit dem Computer
  • Arbeit mit dem Programm „Blitzrechen“
  • Arbeit mit dem Programm „von Budenberg“
  • Arbeit mit dem Leseprogramm „Antolin“ und mit dem Matheprogramm "Mathepirat"
  • Arbeit mit dem Programm „Medienwerkstatt“

Klasse 3:

Die Schüler der Klasse 3 fangen an, erste Erfahrungen mit „Word“ zu machen.

Ziele:

  • vgl. Klasse 2
  • Einführung in die Textverarbeitung im Bereich des Deutschunterrichtes
  • Einführung in die Recherche im Internet zu Unterrichtsthemen
  • Klasse 4:
  • Ein Teil der Schüler der vierten Klasse ist mittlerweile selbstständig in der Lage, den Computer gezielt für sich
       einzusetzen. Eine Unterstützung von Seiten der Lehrkräfte ist für einen anderen Teil der Schüler weiterhin
       nötig.

Ziele:

  • vgl. Klasse 3
  • Vertiefung der Kenntnisse in der Textverarbeitung
  • Lernen von Speicherprozessen

Ausstattung unserer Schule

Neue Medien:

  • Computerraum mit 8 internetfähigen Computern und einem Drucker
  •  ein Computer pro Klassenraum (mit  WLAN-Funktion)
  • Beamer

Außerdem verfügt die Schule über jeweils eine Schullizenz für „Antolin“ und für das Programm  „Mathepirat“.

Die Schule verfügt über eine eigene Homepage unter www.ggs-blumenkamp.de


Alte Medien:

  • Fernseher mit Video- und DVD-Player
  • Overheadprojektor
  • Ein CD-Kassettenspieler pro Klassenraum und im Musikraum
  • Musikanlage inklusive Mikrofon
  • Bücherkisten in den einzelnen Klassen
  • Lehrerbücherei
  • DVDs und CDs für alle Unterrichtsfächer


Qualifizierungsstand des Kollegiums

Alle Kolleginnen besitzen privat einen internetfähigen PC, der auch zur Unterrichtsvorbereitung genutzt wird. Alle verfügen über Kenntnisse des Betriebssystems  XP  / Windows 7 sowie der Textverarbeitung „Word“. Zahlreiche schulinterne Verwaltungsdokumente wie Vordrucke, Zeugnishinweise, etc. werden an die Lehrkräfte inzwischen häufig per E-Mail versendet und eigenständig elektronisch weiterverarbeitet.

Damit der Computer von allen Kolleginnen im Unterricht eingesetzt werden kann, verfügen alle Lehrkräfte über Grundkenntnisse in der Arbeit mit dem Computer  und beherrschen die einzelnen Schülerprogramme, damit sie den Kindern ggf. weiterhelfen können.


Resümee und Ziel

Der gezielte Einsatz des Computers als Medium wird von allen Kolleginnen und Kollegen als wichtig erachtet. Dessen Benutzung hängt jedoch sehr vom Hard- und Softwarebestand der Schule ab. Mittlerweile verfügt die Schule  über ein ausgebautes W-Lan Netz. In jedem Klassenraum steht ein Computer mit Internetanschluss. Die Möglichkeit, weitere Tablets ans Internet anzuschließen, ist gegeben.


Zusammenfassend lässt sich sagen, dass alle Kolleginnen und Kollegen die folgenden Ziele durch den Einsatz von internetfähigen Computern in den Klassenräumen erreichen wollen:

1.    Medienkompetenz erhöhen

2.    selbstbestimmtes Lernen ermöglichen

3.    Wissen erweitern

 Differenzierung und Förderunterricht

Der Computer wird während des Klassenunterrichts als Medium zur Differenzierung eingesetzt:

1.    Einige Kinder bearbeiten bestimmte Übungen, während die Mitschüler andere Aufgaben lösen.

2.    Kinder, die schneller arbeiten als andere, können am Computer Zusatzaufgaben lösen.

3.  Durch die abwechslungsreiche Gestaltung und durch die unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen der
     Lernprogramme können alle Kinder erfolgreich arbeiten.

Wichtig dabei ist, dass die Arbeit der Kinder abgespeichert werden kann.

Schreiben mit dem Computer

Im Lernbereich Sprache finden nicht nur die Lernprogramme Anwendung. Die Kinder benutzen die Textverarbeitung, um kleine Texte abzutippen oder um eigene Texte zu schreiben, z. B. in Projekten oder in einer Schreibwerkstatt, die anschließend veröffentlicht werden.

Der Computer in der Freien Arbeit

Hier kann jedes Kind individuell entscheiden, welche Aufgabe es erledigen will, bzw. mit welchem Programm es arbeiten möchte. Die Möglichkeiten sind vielfältig.

 

Computer - AG

Im Dezember 2012 wurde ein Medienraum für die Kinder eingerichtet. Es stehen acht internetfähige Computer für die Arbeit mit den Kindern zur Verfügung.

Fazit

Da unser Unterricht weitgehend offen angelegt ist, können die Medienecken effektiv und häufig genutzt werden. Die Arbeit am PC fördert das motivierende und entdeckende Lernen ebenso wie einen handlungsorientierten Lernzusammenhang mit differenzieren Lernangeboten. Leider sind nur wenige der vorhandenen Computer auf dem neuesten technischen Stand, so dass hier dringender Bedarf an gut ausgestatteten Computern und auch an Computertischen in allen Klassen besteht.

 Software, die bereits angeschafft worden ist:

1.    Kindgerechte Lexika zu unterschiedlichen Themenbereichen

2.    Software, die speziell auf die vorhandenen Unterrichtswerke ausgerichtet ist

3.    Strategiespiele und Knobelaufgaben

4.    Lernspiele für den Unterricht

5.    Software zu bestimmten sachunterrichtlichen Themengebieten

6.    Medienwerkstatt Mühlacker (1.-4. Jg.)

7.    Schreiblabor (Hörschulung 1. Jg.)

8.    Programme zur Wahrnehmungsschulung für Kinder mit Lerndefiziten, besonders in der Eingangsphase

9.    spezielle Programme für die LRS - Förderung (Lese- und Rechtschreibschwäche)

10.   Internetplattformen „Antolin – Leseförderung; Mathepirat